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Bericht eines (beispielhaften) Treffens der Männergruppe Stuttgart vom Mai 2019

Die Gruppenmitglieder treffen sich in einem sehr schönen „Hinterzimmer“ eines wirklich guten Restaurants in der Mitte Stuttgarts. Das liegt zentral und ist auch gut mit Öffentlichen zu erreichen. Der Einsatz sich zu sehen ist teilweise beträchtlich, manche Männer fahren für diese Treffen 50 Kilometer weit, so dass alleine die Anfahrt schon eine Stunde in Anspruch nimmt. Es ist toll, wie nahe wir uns in den letzten 15 Monaten gekommen sind. Klar, klappt es nicht immer, dass alle der 10 Männer anwesend sind, aber im Durchschnitt sind wir 6 oder 7. An diesem Abend freut es uns sehr, dass wir ein neues Mitglied begrüßen dürfen.

Wir nehmen uns fast drei Stunden Zeit. Nach dem ersten freudigen Überschwang sich wieder zu sehen, wollen wir uns konzentrieren und sammeln uns in einer kurzen Meditation (ca. 5 bis max 10 Minuten). Dann sind alle schon sehr offen um sich zu zeigen. In der ersten Gesprächsrunde kann jeder seine aktuelle Situation beschreiben und äußern ob er ein konkretes Thema mitgebracht hat, dass er in die Runde geben möchte. Durch unser neues Mitglied erreichen wir an diesem Abend schnell die „Grundlagen-Ebene“: Was sind männliche Werte und wie kann man dazu stehen? Ein wichtiges Thema, denn alle Männer spüren den gesellschaftlichen Druck im täglichen Leben, auch dass man als Mann durch die öffentlich geführten Debatten schnell abgestempelt wird. Werte die im männlichen Kontext auch so gesehen werden sind Freiheitsdrang, Aggression, Umsetzungswillen und vor allem Führung. Weil solche Werte ja im Extrem auch immer etwas Schlechtes haben, und so wird das oft öffentlich und auch privat diskutiert, ist es eben nicht einfach dazu zu stehen. Das kann jeder auch in seinem Umfeld spüren, egal ob im Job oder in der Beziehung. Es wurde festgestellt, dass es aktuell viel leichter ist ganz andere Werte zu betonen, wie Gleichbehandlung, Wertschätzung, Augenhöhe und vieles mehr.

Nach einer Weile wechselten wir zu dem schon vorab im Anschreiben angeregten Thema: Was sind meine Erwartungen an meine Partnerin? Die Männer regierten sehr unterschiedlich. Weil es spannend ist so ein Thema in dieser Männerrunde zu reflektieren, waren einige sofort offen dafür. andere waren sehr zurückhaltend. Wieder andere hatten das Gefühl jetzt ein Liste von Kriterien aufzustellen, etwas zum „abhaken“ oder ein eine Art Bewertungsschema und wehrten sich sehr dagegen. Trotzdem kam ein angeregter Austausch zustande. Es wurde festgestellt, dass wir uns (als Männer) sehr angepasst haben: sowas macht man nicht, man bewertet keine Frauen, Person generell nicht. Wollen wir nicht alle möglichst „wertfrei“ sein und nicht ständig urteilen? Haben wir nicht lernen dürfen, dass Bewertung gar nicht gut ist? Es ist doch nicht achtsam zu bewerten. Parallelen zum vorherigen Thema sind erkannt worden. Wir stellten fest, dass wir uns oft selbst unsere rosarote Brille aufsetzen und diese auch nicht gerne absetzen wollen, zumindest eine ganze Weile lang nicht.

Gegen Ende eines Abends sprechen wir unser „Buch der Committments“ an.Es wird gefragt, ob sich jemand zu etwas „committen“ möchte, d.h. er legt sich vor den Männern fest was er in einer definierten Zeitspanne umsetzen möchte. Das sind Dinge, bei denen die Männer zwar einen Drang verspüren es umzusetzen, aber immer wieder vom eigenen „Schweinehund“ überlistet werden und es eben alleine nicht schaffen. Wer das dann offen in der Runde äussert, kann Unterstützung bekommen, wenn er das möchte.

Durch diese Committments haben Männer schon Unterstützung bei vielen Vorhaben erfahren dürfen, zum Bsp. beim Fasten, beim Meditieren, beim Vorhaben Sport zu machen und mehr. Es ist eben ein starkes Signal anderen Männern zuzusichern, etwas umzusetzen.

Wir beenden den Abend in zwei Teilen, der erste ist eine kurze Feedback Runde und der zweite Teil eine Energie-spendende, stehende Meditation in der wir uns noch einmal sehr miteinander verbinden.

Hough! Carsten

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